Tanzfestival Rhein-Main

Liebes Publikum,

Tanz beginnt oft zu mehreren, im Miteinander — egal ob in der Gruppe oder im Solo. Bewegung steht nie ganz für sich allein, ist eingebettet in Kontexte, kann ansteckend sein oder herausfordern. Unter dem Motto „A Body of Many — Moving Democracy“ fragt das Tanzfestival Rhein-Main 2026, was es heißt, wenn viele Körper zu einem werden, ohne dabei aufzuhören, viele zu sein. Denn genau darin liegt die Kunst: nicht Verschmelzung, sondern Zusammenspiel. Nicht Gleichklang, sondern Vielstimmigkeit.

Diese Frage stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit. Während radikale politische Kräfte auf Vereinheitlichung, Ausgrenzung und die Vorstellung eines vermeintlich reinen, homogenen Körpers setzen, zeigt der Tanz das Gegenteil: Gesellschaft entsteht nicht durch Angleichung, sondern durch das Aushalten und Gestalten von Differenz.

Egal ob großes Ensemblestück oder Solo: die Stücke im diesjährigen Festival werden von Dynamiken getragen, die miteinander ringen, sich stützen, sich widersprechen und dennoch gemeinsam eine Form finden. Ein Körper der Vielen, ein Körper von Vielen, lässt sich nicht spalten, ohne sich selbst zu verletzen. Das ist die politische Kraft dieses Bildes — und unsere Einladung an Sie, in diesem Festivaljahr genau hinzuschauen.

Alexandra Hennig, Bruno Heynderickx, Beata Stankevič,
Anna Wagner und das Team des Tanzfestivals Rhein-Main