Choreografische Werkstatt

 

Fr. 03.11., 17.00 Uhr


Staatstheater Darmstadt - Kammerspiele

ca. 90 Minuten

Im Rhein-Main-Gebiet gibt es zahlreiche choreografische Talente. Die regelmäßig von der Tanzplattform Rhein-Main veranstaltete Choreografische Werkstatt bietet die Gelegenheit, diese und ihre Arbeiten zu entdecken und sich mit ihnen auszutauschen. Auch im Rahmen des Tanzfestivals geben Tanzschaffende aus der Region Einblicke in Stücke, an denen sie gerade arbeiten. Egal ob erste Ideen, grobe Skizzen oder bereits ausgefeilte Dramaturgien, die Künstler*innen zeigen in 15-minütigen Ausschnitten, was sie aktuell bewegt und was in Zukunft auf den Bühnen im Rhein-Main-Gebiet zu sehen sein wird.

 
Carina Premer I 37 (excerpt)

Mit dramaturgischer Unterstützung durch Anneliese Ostertag und Hanna Steinmeier
37 ist ein Solo, das sich mit der Beziehung zwischen dem konkreten Raum und dem konkreten Körper, zwischen Beobachten und Beobachtetwerden und dem abwesenden Anwesenden des Bühnenraums befasst. Es findet statt in den Überresten der vorherigen Performance, die in den Spuren ihrer Vergangenheit präsent ist, und entwirft eine Imagination von etwas, das noch kommen wird. Das Grau übernimmt den Raum, alles ist im Dazwischen. Die Zuschauer*in erlebt 37 Minuten Form und Bewegung in verschiedenen Nuancen und Distanzen und einen Tanz, der verschwommene Umrisse dessen hinterlässt, was abwesend bleibt. 
Dauer: Auszug von ca. 15 Minuten

Eri Funahashi Geen I the whole piece
Die laufende Arbeit ist inspiriert vom „Heart Sutra“, das besagt: „Form is empty, emptiness is form.“ Wenn alles, was existiert, leer ist, wie das Heart Sutra sagt, was bedeutet es zu existieren? Wenn etwas wie der Körper und der Geist nicht substanziell sind, sondern Konzepte, die durch menschliches Denken konstruiert wurden, spielt dann die Körperlichkeit eine Rolle bei der Bestimmung der Existenz? Wenn alles, was man für existent hält, Konstrukte sind, ist das Leben dann eine Fiktion? Wenn das Leben eine Fiktion ist und es kein Altern und Sterben gibt, wie kann man dann die Tränen wahrnehmen, die bei einem solchen Ereignis aus den Augen rinnen? Existiert diese Emotion nicht? Angesichts solcher Fragen hinterfragt diese künstlerische Forschung, welche Form oder Existenz es gibt, und untersucht, was Leere bedeuten kann. Der Forschungsprozess beinhaltet den Abbau von Formen oder physischen Objekten auf der Suche nach anderen Möglichkeiten, damit die Form zeitlich und räumlich Gestalt annimmt.

 
Mareike Buchmann I Spuren spüren oder In Bewegung orientieren / Rechercheprojekt
Spürend wende ich mich nach innen, folge der Spur der Empfindung. Die Spur selbst, wie wirkt sie, seit wann folge ich ihr? Was finde ich, wenn ich mich weiter an ihr orientiere und was könnte passieren, wenn ich mich umorientiere und einer neuen Fährte folge? Finde ich mich, oder finde ich mich anders und wer sagt, ob ich mich jemals ganz in mir auskennen werde? Das Rechercheprojekt ist Teil meiner künstlerischen Dissertation, in der ich der Frage nachgehe, wie wir uns „in Bewegung orientieren“. Im Mittelpunkt steht eine somatisch-basierte Bewegungsforschung die in der Praxis und im Denken des zeitgenössischen Tanzes wurzelt und mit einer somatischen Perspektive verbunden ist.
Dauer 15 min
 
De-Da-Produktionen (Zachary Chant & Denislav Kanev) I ∞
Inspiriert von Bachs Goldberg-Variationen reflektiert ∞ die Reinheit des Daseins und die zyklische und doch widersprüchliche Art und Weise, wie Leben und Tod zu einander führen und zu einem werden.
Konzept: Zachary Chant & Denislav Kanev; Tänzer: Ramon John

 

Foto: Jörg Baumann